Lange anhaltender Stromausfall – Wie kann man sich vorbereiten?

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Stromausfall - Photo by Robert Wiedemann on Unsplash

Ein Stromausfall allein ist meist noch kein Grund zur Panik. Oft ist die Energie nach wenigen Minuten, manchmal aber auch mehrere Stunden wieder zurück. Was aber, wenn der Strom nach mehreren Stunden nicht zurückkehrt? Wie kann man sich auf eine Notlage wie einen Blackout vorbereiten? Welche Notfallausrüstung sollte in jedem Haushalt vorhanden sein?

Warum ein lange anhaltender Stromausfall so gefährlich ist?

Kehrt der Strom nach mehreren Stunden nicht zurück, könnte es sich um einen Blackout handeln. Von einem Blackout spricht man, wenn mehrere Bundesländer zeitgleich von der Stromversorgung abgeschnitten sind.

Da das europäische Stromnetz komplett miteinander verbunden ist, ist die Gefahr groß, dass sich der Stromausfall auf große Teile Europas ausweitet. Die Folgen auf Verkehr, Kommunikation und Lebensmittelversorgung wären dramatisch.

Um sich auf eine solche Notsituation vorzubereiten, kann man im Internet auf Seiten, die sich auf Informationen zum Thema Blackout spezialisiert haben, nach nützlichen Tipps suchen. Einen ersten Überblick liefern wir in diesem Artikel.

Welche Dinge sollte man als Notvorrat lagern?

Für einen Blackout empfehlen Experten, einen Notvorrat für 14 Tage zu bevorraten. Da niemand genau weiß, wann der Strom zurückkehren wird, kann es auch sinnvoll sein, noch mehr Notvorrat anzulegen.

Die wichtigsten Dinge, in einer Notlage sind:

  • Sauberes Trinkwasser
  • Schutz vor Wind, Kälte und Regen
  • Lebensmittel
  • Notfallgeräte

Trinkwasser

Trinkwasser
Photo by Lanju Fotografie on Unsplash

Das Thema sauberes Trinkwasser sollte für jeden oberste Priorität haben. Es wird empfohlen, mindestens 2 Liter Wasser pro Tag und Person, als Notvorrat einzuplanen. Die Wasserversorgung kann bei einem Blackout oft nur wenige Tage aufrechterhalten bleiben.

Oft lässt sich das Wasser einfach aus der Leitung in Wasserflaschen oder Trinkwasserkanister abfüllen. So kann man schnell einen Vorrat an Trinkwasser aufbauen. Natürlich kann man auch einfach mehrere Pakete oder Kisten Wasser im Supermarkt einkaufen und diese einlagern.

Schutz vor Wind, Kälte und Regen

Schutz vor Wind, Kälte und Regen
Photo by Matt & Chris Pua on Unsplash

Nicht zuletzt wegen der Energie-Krise, die sich aufgrund des Krieges in der Ukraine in ganz Europa ausgebreitet hat, ist die Versorgung mit Gas zum Heizen gefährdet. Bei einem Blackout funktionieren konventionelle Heizmethoden mit Gas, Öl oder Fernwärme nicht mehr, da für die Steuerung Strom gebraucht wird.

Das bedeutet für die Krisenvorsorge, dass man sich mit Hilfsmitteln wie Kerzen, Petroleum-Ofen oder Heizstrahler mit Gas eine Alternative zur Heizung suchen muss.

Auch warme Kleidung, dicke Wolldecken, ein Schlafsack oder Rettungsdecken können helfen, im Notfall nicht auszukühlen.

Mit einigen Kerzen, einer Wärmflasche und einer Rettungsdecke kann man einen kleinen Raum einfach auf eine angenehme Temperatur bringen. Sollte es im Winter sehr kalt werden, hilft es, den Raum mit Decken oder Folien zu verkleinern. So geht die Wärme nicht so schnell verloren.

Wer kein festes Dach über dem Kopf haben sollte und womöglich bei einer Flucht im Freien übernachten muss, muss zusätzlich einen Schutz vor Regen und Wind dabeihaben. Mit einem Regenponcho, einem Tarp oder einem kleinen Zelt, ist man wenigstens im Trockenen und ist nicht vollständig dem Wind ausgesetzt. Ein gut gefüllter Fluchtrucksack sollte für Notfälle immer fertig gepackt zur Verfügung stehen.

Lebensmittelvorrat anlegen

Lebensmittelvorrat
Lebensmittelvorrat – Photo by Ray Shrewsberry on Unsplash

Beim Anlegen von Lebensmitteln für einen Notvorrat sollte man immer auch an eine abwechslungsreiche Ernährung denken. Niemand möchte zwei wochenlang nur Nudeln mit Tomatensoße essen. Wenn auch das Trinkwasser knapp ist, sollte man auf Lebensmittel verzichten, die mit Wasser zubereitet werden müssen.

Lebensmittel, die als Notvorrat gut geeignet sind:

  • Nudeln
  • Reis
  • Kartoffeln
  • Kartoffelpüree (Pulver)
  • Klöße
  • Haferflocken oder Müsli
  • Schokolade
  • Konservendosen mit fertigen Mahlzeiten
  • Wurst in der Dose
  • Tomaten in der Dose oder Tomatenmark
  • Mais, Erbsen und Möhren
  • Thunfisch in der Dose
  • Knäckebrot und Zwieback
  • Marmelade, Honig oder Schokocreme
  • Früchte in der Dose
  • Nüsse und Rosinen
  • Vitamintabletten

Zusätzlich zu den Lebensmitteln sollte man einige Getränke außer den 2 Litern Wasser pro Tag und Person als Notvorrat einlagern.

Getränke für den Notvorrat

  • Milch
  • Kakao oder Kaffee
  • Tee
  • Fruchtsäfte
  • Vitamine als Pulver oder Tabletten
  • Getränkepulver wie Zitronentee

Man sollte darauf achten, dass man Lebensmittel und Getränke als Notvorrat einkauft, die man tatsächlich verbraucht. Man kann sich bei Bedarf immer wieder aus seinem Vorratsschrank bedienen und füllt die entnommenen Lebensmittel beim nächsten Einkauf wieder auf. So verhindern wir, dass Lebensmittel ablaufen und verderben.

Die Lebensmittel lagert man am besten so ein, dass sie vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sind und nicht zu warm werden. Dunkel und eine niedrige Luftfeuchtigkeit sollte der Raum haben, in dem die Nahrungsmittel in Kunststoffkisten eingelagert werden.

Notfallgeräte für die Krisenvorsorge

Wer die oben genannten Punkte aus Lebensmitteln und Trinkwasser erledigt hat, sollte sich noch Gedanken um Ausrüstungsgegenstände für Notfälle machen. Der größte und beste Lebensmittelvorrat ist nahezu wertlos, wenn ich zum Beispiel kein Licht habe, um ihn im Dunkeln zuzubereiten.

Genauso ist es sinnlos Nudeln oder Reis eingelagert zu haben, wenn man keine Möglichkeit hat Wasser zum Kochen zu bringen.

Darum ist ein gewisser Teil an Notfallausrüstung in einer Notlage wie einem Blackout extrem wichtig.

Zu den wichtigsten Gegenständen in Krisensituationen gehören unter anderem:

  • Eine gute Beleuchtung aus Taschenlampe, Kerzen und Campinglaterne
  • Gaskocher mit Gaskartuschen oder eine andere Feuerquelle
  • Notfallradio für wichtige Informationen zur aktuellen Lage
  • Powerbank und Batterien
  • Eine Stirnlampe für eventuell anfallende Arbeiten

Zusätzlich kann ein kleiner Outdoor-Wasserfilter dafür sorgen, dass wir nahezu immer und überall sauberes Trinkwasser bekommen können. Fällt nämlich bei einem Stromausfall auch die Wasserversorgung aus, sieht es mit Trinkwasser aus der Leitung schlecht aus.

Wichtige Tipps zur Vorsorge für einem Stromausfall

Wer seinen Tank im Auto immer bis auf den letzten Tropfen leer fährt, wird bei einem Blackout auf sein Fahrzeug verzichten müssen. Tankstellen verfügen in der Regel nicht über eine Notstromversorgung.

Selbst wenn eine Tankstelle durch Notstrom weiter funktionieren könnte, haben Fahrzeuge von Rettungsdiensten, Polizei und Katastrophenschutz Vorrang. Darum sollte man darüber nachdenken, sein Fahrzeug nicht komplett trocken zu fahren, sondern ein oder zwei Tage früher zum Tanken an die Zapfsäule zu fahren.

Genauso wie Tankstellen haben auch die meisten Ärzte oder Apotheken keinen Notstrom. Ärztliche Versorgung wird es vermutlich nur in Krankenhäusern geben und auch nur für schwere Notfälle zur Verfügung stehen.

Eine gut gefüllte Hausapotheke mit einem Erste-Hilfe-Set, den wichtigsten Medikamenten sowie persönliche Medizin sollte in jedem Haushalt vorhanden sein.

Für die persönliche Vorbereitung auf einen Krisenfall kann der Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses unter Umständen Leben retten.

Je mehr Menschen auf eine Katastrophe wie einen Blackout vorbereitet sind, desto schneller und besser können Hilfsorganisationen sich um die Stabilisierung der Lage kümmern und dafür sorgen, dass schnell wieder Normalität einkehrt.

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