Schnecken Wissen – Alles über die schleimigen Weichtiere

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Schnecken Wissen
Schnecken Wissen - Photo by Marian Beck on Unsplash

Viele Gärtner oder Besitzer eines Gewächshauses verabscheuen Schnecken, weil sie unerwünschte Schädlinge im Garten sind, aber für andere sind sie oft eine Delikatesse. Aber diese Gruppe von Lebewesen ist viel mehr als nur schwarz und weiß. Schnecken kommen in allen möglichen Schattierungen und Formen vor. Auch ihre Lebensweise ist nicht anders. Sie sind zum Beispiel die einzigen Weichtiere, die sowohl an Land als auch im Wasser leben können. In Ihrem eigenen Garten können bestimmte Landschnecken, wie die Tigerschnecke, sogar als nützliche Insekten betrachtet werden, da sie effektive Freunde im Kampf gegen andere Schneckenarten sind.

Fortpflanzung

Da sie sowohl männliche als auch weibliche Fortpflanzungsorgane besitzen, können Schnecken – sogenannte Hermaphroditen – gleichzeitig männlich und weiblich sein. Sie sind es jedoch nicht im selben Moment, sondern erst männlich und dann weiblich.

Das männliche Organ ist der Ort, an dem die Samen zum ersten Mal gebildet werden. Nach dem Geschlechtsverkehr kuscheln sich die Schnecken aneinander. Je nach Schneckenart kann sich ein langwieriges Vorspiel über viele Stunden hinziehen. Die männlichen Samensäcke werden dann während der Paarung in ein spezielles Organ übertragen und dort gespeichert.

Nun, da die Eiproduktion begonnen hat, beginnt das weibliche Verhalten. Danach werden die Eier in zwei bis zehn Wochen reif. Bis zu 400 Eier können in einem Gelege abgelegt werden, das oft unter Steinen, in verwitterten Holzspalten oder in Netzhöhlen im Boden zu finden ist. Die Schalen einiger Eier sind kalkhaltig, während andere milchig weiß, zart oder extrem transparent sind. Je nach Außentemperatur kann die Entwicklung der Eier bis zum Schlüpfen der Eierlarven zwischen zwei Wochen und vielen Monaten dauern.

Körperbau

Zu den Landschnecken gehören neben den Gehäuseschnecken auch die Nacktschnecken. Die Schale dient als rudimentärer Schutz innerhalb der Epidermis von Nacktschnecken. Schnecken haben weiche Körper, die glitschig und rutschig sind. Die Schleimschicht ist bei Nacktschnecken oft dicker und gründlicher ausgekleidet.

Der Kopfbereich von Landschnecken hat zwei Paar Fühler, wobei das unterste Paar deutlich kleiner ist als das obere Paar. Die beiden Fühlerpaare können wie ein Fingerhandschuh nach innen gedreht werden, wenn man sie berührt. An den Spitzen der oberen Fühler befinden sich kleine Augen. Mit diesen Augen kann nur der Kontrast zwischen hell und dunkel wahrgenommen werden. Hier befinden sich auch die Sinneszellen für den Geruchssinn, so dass sie mit ihren Augen die Richtung über große Entfernungen kontrollieren können.

Für das Auffinden von Nahrung sind die Geschmackszellen in den Mundantennen zuständig. Die raspelartigen Zähne im Mund, die von der Reibezunge besetzt sind, helfen dabei, die Nahrung zu zerkleinern. Diese vielen winzigen Zähne ruhen auf einem flexiblen Muskel. Neue Zähne werden eingesetzt, um abgenutzte oder beschädigte Zähne zu ersetzen.

Rechts vom Mantelschild befindet sich das Atemloch. Die poröse Haut der Schnecke, die zu etwa 85% aus Wasser besteht, kann sie nicht vor Verdunstung schützen. Um ein Austrocknen zu verhindern, müssen sie ständig Feuchtigkeit aufnehmen. Gehäuseschnecken haben einen Ort, an dem sie sich während Trockenperioden verstecken können. Schnecken hingegen können sich nicht in einem Gebäude verstecken und sind immer der Gefahr des Austrocknens ausgesetzt. Das Schleimsekret, das von einer großen Schleimdrüse hinter dem Schädel produziert wird und kontinuierlich Schleim nach außen absondert, hat einen kleinen defensiven Zweck. Es dient hauptsächlich der wellenförmigen Bewegung.

Schwarze Wegschnecke

Arion ater ist der lateinische Name für die Schwarze Wegschnecke. Die Schwarze Wegschnecke ist oft tiefschwarz und kann eine Länge von 5 bis 13 cm erreichen. Manchmal sind sie auch dunkelbraun oder grau, obwohl dies eher ungewöhnlich ist. Obwohl sie inzwischen praktisch überall verbreitet ist, sieht man sie am häufigsten in Nordeuropa, z. B. in Schleswig-Holstein, Skandinavien, Dänemark oder sogar Nordengland.

Schwarze Wegschnecke
Schwarze Wegschnecke – Photo by Magda V on Unsplash

Ähnlich wie die Rote Wegschnecke lebt die Schwarze Wegschnecke in feuchten Wäldern, Wiesen, Sümpfen und Gärten. Aas und frische oder verwelkte Pflanzen sind ebenfalls Nahrungsquellen.

Spanische Wegschnecke

Andere Namen für diese Schneckenfamilie sind Kapuzinerschnecke und Lusitanische Schnecke. Sie ist eine der am weitesten verbreiteten Nacktschneckenarten und in Deutschland eine häufige Schneckenart. Arion lusitanicus ist der Name auf Lateinisch. Diese mittelgroße bis große Nacktschnecke kann eine Länge von 7 bis 14 cm erreichen. Die Spanische Wegschnecke kann bräunlich, rötlich oder orange-gelb gefärbt sein.

Gärten und andere kultivierte Flächen machen den größten Teil des Lebensraums der Spanischen Wegschnecke aus. Dort verzehren sie Gemüse oder ihre verstorbenen Verwandten sowie Pflanzen und Aas. In einer Nacht kann die Spanische Wegschnecke eine ganze 30 cm hohe, robuste Flaschenkürbis-Pflanze verzehren und nur den Stumpf übrig lassen. Die Spanische Wegschnecke stammt ursprünglich aus Südwesteuropa. Aber sie breitet sich jetzt auch in Mittel- und Südeuropa aus. Ihre Mahlzeit besteht hauptsächlich aus sukkulenten Pflanzen und Aas.

Egelschnecke

Ein kleines, eher unregelmäßiges Kalkplättchen, das phylogenetisch den verbleibenden Teil des ursprünglichen Schneckenhauses widerspiegelt, ist bei allen lebenden Egelschnecken noch vorhanden. Sie erreichen eine Länge von 5 bis 250 mm[2]. Die Färbung der Arten variiert stark. Der vordere Teil des Körpers enthält den vergleichsweise massiven Mantel, der ein konzentrisches Ringmuster aufweist. 

Die Kreaturen haben zwei Tentakelpaare, wobei sich die Augen an den Spitzen des längeren hinteren und des kürzeren vorderen Paares befinden. Auf der rechten Seite des Körpers befindet sich die Mitte des Mantelschildes leicht oder deutlich hinter der Stelle, an der sich das Atemloch befindet, in der vorderen Hälfte des Körpers. Die Vaginalöffnung befindet sich zwischen dem Atemloch und dem rechten Tentakel. Auf der Oberseite bildet der Fuß einen winzigen konvexen Kiel, der allerdings nicht bis zum hinteren Rand des Mantels reicht. Die Fußsohle besteht aus drei Feldern; das zentrale Feld ist heller als die beiden äußeren Felder. Diese drei Felder sind in der Längsrichtung voneinander getrennt.

Bekämpfung von Schnecken im Garten

Um Schnecken erfolgreich zu bekämpfen, bedarf es mehr als gelegentlicher Maßnahmen. Was zählt, ist ein gründlicher Plan, der den Schnecken das ganze Jahr über das Leben schwer macht. Hochbeete im Gemüsegarten erschweren den Schädlingen den Zugang zu den Pflanzen. Mit begrenztem Erfolg kann eine Reihe von Kamille oder Bohnenkraut als natürlicher Schneckenzaun dienen. Auch ein Bodendecker aus Farnen, Tomatenblättern oder grünen Fichtennadeln sollte Schnecken abschrecken. Noch vor ein paar Jahren wurde ein Lebermoosextrakt als das beste Abschreckungsmittel angepriesen. Man glaubte, dass die Inhaltsstoffe andere Pflanzen vor den gefräßigen Mollusken schützen könnten, weil Schnecken Lebermoose meiden. Leider haben neuere Studien keine Beweise für diese Annahme erbracht.

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